Selbstgespräche #5

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Wir müssen reden.

Rot? Und du bist?

Dein Herz.

Mit seinem Herz reden… Warte, das ist doch aus einem Buch.

Höre mir zu.

S*ht wieso hast du eine Stimme? Was zur Hölle willst du von mir?

Das du mich nicht ignorierst.

Sorry, ich hab dir nicht zugehört, was hast du gesagt?

Ich fühle mich verletzt. zugleich ist da eine Neugierde in mir.

Ich höre oft auf dich. Ich habe gelernt dir zuzuhören.

Dennoch möchtest du mich manchmal nicht hören.

Nenne mir ein Beispiel.

Jedes mal, wenn ich über die Liebe spreche.

Du sprichst NUR über die Liebe.

Weil es das Wichtigste ist.

Aber nicht das Einzige.

Deine persönliche Philosophie orientiert sich an der Liebe.

Das mag sein… Aber an den verschiedensten Arten der Liebe. Liebe ist mehr als ein Gefühl der Verbundenheit. Die alten Griechen hatten sogar für jede Art ein Wort.

Ich kenne die Liebe. Sie ist das was ich am meisten brauche, zugleich am meisten fürchte. Du tust mir weh, indem du sieh ignorierst.

Ich ignoriere es nicht. Dazu gäbe es keinen Grund. 

Doch. Denn Liebe verstehst du nicht. Du weißt warum es sie gibt, hast sie selbst schon erlebt und kennst ihre Wirkung. Dennoch kannst du nicht mit ihr umgehen. Du kennst sie, doch verstehst sie nicht.

Ich möchte auch etwas zu sagen haben. Aber du willst nie auf mich hören. 

Weißt du überhaupt was du willst? Du bist grundsätzlich überfordert. Darum lasse ich dich nicht so oft reden. Du meinst mit Liebe etwas anderes als ich. Genau genommen sprichst du wohl von der, die Beziehungen verursacht.

Verursacht? Wie eine Krankheit? Haha, gut getroffen.

Nicht ganz, aber naja…

Du hast Angst davor. Denn du verstehst das die Liebe sowohl gut als auch böse erschafft. Du weißt, das dies aus ihr entspringt. Mit dir selber kannst du das vereinbaren. Aber nicht, wenn jemand anders auch daran beteiligt ist.

Jetzt versuchst du auch noch Erklärungen zu finden? können wir das hier nicht einfach beenden? 

Lass mich nicht allein. Du kannst jetzt doch nicht gehen. Ich möchte reden. 

Und ich möchte Pizza… Oder Ramen. Ramen wäre gut.

NIEMAND von uns kann gehen. Wir sind nicht mehr als Biochemische Signale. Wir existieren nur, weil ich es will. Weil ich so meine Art zu denken vereinbaren kann ohne verrückt zu werden. Und jetzt hör auf so zu reden.

Klar, wir sind nicht verrückt. Hallo Sarkasmus, da bist du wieder. Warte… Ich werde ignoriert. 

Ich auch.

Ich auch…

Ich muss dem Herz ausnahmsweise recht geben. Du hast soeben bestätigt das du wegläufst, oder das Thema wechselt, sobald es um Zwischenmenschliche Dinge geht.

Ja, weil es Angst macht.

Herje, das muss es nicht. Vollkommen egal was andere sagen oder denken. Und ab und zu muss man andere verletzten. Das gehört dazu. Sonst ist man ja nie eigenständig.

Sagte die eigensinnige Stimme…

Darum geht es nicht.

Aber ich bin traurig. Ich habe Angst. Ich bin einsam.

Wieso magst du dieses Thema nicht? 

Niemand kann meine Verzweiflung auslöschen, außer mir selbst. Dennoch denkt mein Herz es könne die Verantwortung über mein Glück jemand anderen anvertrauen. Es hofft immer noch auf einen Helden, der mich befreit. Es ist eine romantische Vorstellung, das ein Ereignis, eine Person oder sogar nur ein Wort die Seele von allem befreit das uns belastet.

Das wäre doch schön.

Aber so einfach ist das nicht.

Nein. Wir müssen diese äußerlichen Einflüsse nutzen, sie als Zeichen sehen. Aber uns nicht ihnen vollkommen hingeben. Denn letztendlich ist ein jeder selbst für sich verantwortlich.

Der Geist bildet unsere Welt. Und ist der Geist frei, können wir unsere Welt selbst bilden.

konkretes Beispiel, bitte.

Ein konkretes Beispiel: Ich kann Spinnen faszinierend finden, oder vor ihnen Angst haben. Ich könne beim Donner zusammenzucken, oder mich dafür entscheiden ihn als ungefährlich zu betrachten, was er in den aller meisten Fällen auch ist. Selbst wenn ich Angst habe, was eines der stärksten, wichtigsten und natürlichen Reaktionen des Körpers ist, kann ich diese bewusst überwinden.

Aber man kann doch nicht entscheiden ob man Vanille oder Schokoladeneis mag, wenn du verstehst.

Das nicht. Doch man kann sich selbst umprogrammieren so das man alles mögliche mögen könnte. Dann esse ich eben Vanilleis, und sage mir wie lecker es ist.

Doch ich kann nicht entscheiden wen ich liebe.

Hm. Unsere Liebe entscheidet ob wir etwas gut, oder böse finden. Es ist ein Erfahrungsschatz, der uns weiß macht wir können auch Dinge die wir nicht kennen vergleichen. Aber was, wenn wir ihm nicht vertrauen? Wenn wir die Welt jeden Tag wie ein Kind betrachten das lernt. Und das gut und böse noch nicht erlernt hat. Das alle Seiten sehen will, auch wenn es unhöflich wäre.

In diesem Fall würden wir nie lernen. Wir würden immer auf dem Stand eines Kleinkindes bleiben. Man muss Erfahrungen achten. Sie behalten und nutzen. Sonst erkennen wir die Welt in der wir leben nicht mehr. Die eigene Persönlichkeit würde komplett zerfallen, wenn man alles sein und alles tun kann.

Du hast recht. Belassen wir es doch einfach dabei. Das Herz ist sowieso verstummt.

Nein, es weint nur leise.

…War klar…

Mir egal. Was ist nur los mit euch? Könnt ihr das Leben nicht einfach leben, anstatt es verstehen zu wollen? Ich geh jetzt raus, was erleben.

Nein, wir müssen lernen.

Mist.

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