Light a way … Teil 5

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Immer noch schwieg ich und hoffe einfach, das sie noch etwas sagte. Nach einer Weile angespannter Stille begann sie wieder zu sprechen: „Hast du Angst, deiner Rache nicht nachgehen zu können? Deine Antworten nie zu finden? oder…“ für einen Moment musterte sie mich. Das erkannte ich auch ohne dass ich ihre Augen sah, die im Schatten ihrer Kapuze verborgen waren. Doch sie bewegte ihren ganzen Kopf mit. Dann beendete sie den Satz: „…Hast du Angst vor den Schmerzen die das Leben verursacht?“ sie stand vor mir und schien auf eine Antwort zu warten. Doch mir war nicht klar was ich dazu sagen sollte. „Wieso willst du leben?“, fragte sie mich dann, bis sie komplett verstummte und mir klar wurde das sie nun wirklich eine richtige Antwort möchte. Doch was sollte ich sagen? Das ich ein Mädchen suche? Das ich Dämonen Jagen will? Das waren keine Gründe, mich nicht zu töten. Im Gegenteil. „Nenne mir nur einen Grund wieso du leben sollst.“, forderte sie. Scharf dachte ich nach, was ein guter Grund sei, mich am Leben zu lassen. Doch mir fiel nicht sehr viel ein. Leider. „Ich…“, begann ich vorsichtig nach einem langem Moment des Schweigens zu sagen. „Ich suche jemanden.“

„Ist das wirklich der Grund für den du jetzt mit deinem Leben davon kommen willst?“ Ich erschrak als sie das sagte. „I-Ich weiß nicht.“, stotterte ich voller Angst, während mir wieder Tränen in die Augen schossen. Aber ich sprach leise weiter: „Ich suche. Ich weiß nicht genau was. So genau habe ich noch nicht darüber nachgedacht… Keine Ahnung wieso ich leben soll. Wir leben nun mal und das soll man doch nicht einfach so… wegschmeißen.“ Auf einmal suchte ich gedanklich Gründe, wieso ich nicht sterben sollte. Doch es waren nicht viele. Wieso sollte die Welt einen Dämonenjäger vermissen? Schließlich konnte nicht jeder Dämonen wahrnehmen. Was würde es mir helfen das Mädchen zu finden, das mich einst (vor genau zwei Wochen) vor einem Seelenfresser rettete? nichts von all dem erschien mir wirklich wie ein Grund, weshalb ich leben sollte. Oder eher, wieso mein Leben wichtig wäre und ich verschont werden sollte. Mir wurde wieder klar das niemand auf mich wartet. Ich nichts brauchbares kann und vor allem, ich nicht genau weiß wo ich hin möchte. Mir wurde plötzlich klar das ich auch nichts dagegen tun kann, wenn ich nun sterbe. Ich akzeptierte es. Mein eigener Tod wurde akzeptabel. Denn er wurde zu real. „Wenn du mich tötest, kannst du es bitte schnell tun?“, bat ich sie. „Dir scheint jeder Tag zum Sterben gut genug zu sein? Angst vor Schmerzen, nun gut.“, bemerkte sie und drehte sich zum Dämon rechts neben ihr und fragte diesen: „Was ist mit dir? Wieso willst du leben?“, dieser antwortete rasch: „Leben, kein Leben, Ich kenn‘ beides und mir is‘ gleich wo ich bin. Ich bin gefangen in dieser Form. So leben will ich nich‘ aber ne Wahl fehlt mir auch.“, „Interessant.“, nuschelte sie. Sie hob ihren Kopf und sah wohl zur Decke des kleinen Raumes. Merkwürdiger weise blieb ihre Kapuze auf ihrem Kopf. Es war seltsam , doch plötzlich kam sie mir nicht mehr sehr bedrohlich vor. Sie wirkte nun eher nachdenklich. So wurde auch die allgemeine Stimmung in diesem kargem Raum. Mein Herz raßte nicht mehr ganz so schnell wie vor wenigen Minuten. Die angst gleich sterben zu müssen verflog. Stadt dessen schossen mir Gedanken durch den Kopf. „Wieso denke ich jetzt über das Leben nach? Eben wurde ich noch durch Wände geworfen.“, murmelte ich und dachte so laut nach. „Hm?“, hörte ich von ihr kommen. Woraufhin sie ihren Kopf senkte und wieder zu mir sah.
„Was… ist interessant?“, fragte ich vorsichtig. „Weist du… Sobald man dem Tod nahe ist finden die meisten Menschen viele Gründe das Leben zu schätzen. Sie betteln und ihnen fällt plötzlich eine lange Liste an Dingen ein die sich doch noch erledigen müssen. Sie fragen sich wieso sie leben sollen. Dennoch fällt nur den wenigsten dann auch ein wofür sie leben möchten. Und sobald der Tod bei uns ist, ist das Leben keine Verpflichtung mehr. Es ist seltsam, doch der Tod bringt uns dem Leben sehr nah.“, als sie das sagte betonte sie einige Worte besonders. Sollen und Müssen schien für sie ein Unterschied zu sein.
„Wieso willst du leben?“, wollte ich von ihr wissen. nach dieser Frage sah ich wie kurz ein Lächeln in ihrem Gesicht erkennbar wurde. „Ich bettel nicht.“, gab sie mir zur Antwort. Das verstand ich nicht. Es klang so als ob sie ihr Leben nicht haben möchte. „Was? Willst du denn leben?“, fragte ich verwundert.
Sie nickte nur und drehte ihren Kopf für einen Moment zum Dämon. Dann sah sie aber doch mich an. „Ich liebe das Leben.“, antwortete sie in einem freundlichem Ton, mit einem Lächeln. Es war seltsam. Ich fragte mich wer diese Person war. Ob sie weise, oder verrückt war. Vielleicht auch beides. Höchstwahrscheinlich beides. Doch mir fiel auch auf das ich mich nun über den Tod unterhielt. Mit jemanden dem ich sehr misstraute, den ich gar nicht kannte. Mit jemanden der drohte mich umzubringen. Und mit einem Dämon, den ich zu Anfang noch hasse. „He, sieh mal.“, sagte sie. „Du hast es nun so lange mit einem Dämon in einem Raum ausgehalten.“,  „Jetzt kann ich ja friedlich sterben.“, meinte ich genervt. „, „Sterben wir nu‘?“, wollte der Dämon unterwürfig wissen. Scheinbar spürte er das er kein Gegner für sie war. Was mich fragen ließ ob er irgendwas sah. Denn ich nahm nichts bei ihr wahr. Sie lachte: „Sag das nicht zu laut. Das Leben hört dich jeder Zeit und interpretiert alles als einen Wunsch. Ich entscheide heute nicht, ob ihr sterben werdet. “ überrascht sah ich sie an. „Was sollte diese leere Drohung?“,  „Um zu sehen ob du Herz hast und er Verstand.“, antwortete sie.
Das ließ ich kurz sacken. Worauf hin ich mein Urteil fällte: Sie musste verrückt sein.

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